„Was geschieht jetzt mit meinem Kind?“ fragen viele Eltern, deren Baby zu früh geboren und gestorben ist.
Seit dem Frühjahr 2006 gibt es auf dem Mindener Nordfriedhof ein Grabfeld für früh- und totgeborene Babys - ein Ort auf dem Friedhof, den Eltern aufsuchen können, um ihre verlorenen Kinder zu betrauern und an dem Beerdigungen auch im Beisein der Familien und mit liturgischer Begleitung stattfinden können.
Gespräche mit betroffenen Eltern waren der Anstoß, in Minden dieses Grabfeld zu schaffen. Und es fanden sich sehr schnell engagierte Mitwirkende, die gemeinsam dieses Projekt realisieren wollten:
Friedhofsmeister Alwin Pamin stellte im Auftrag der Stadt Minden eine über 100 Jahre altes, nicht mehr genutztes Grabfeld auf dem Nordfriedhof zur Verfügung – schön gelegen direkt hinter der Kapelle mit Blick auf die Weser.
Steinmetzmeisterin Regina Storm-Hollo gestaltete das alte Grabmal um: eine neue Säule aus Obernkirchener Sandstein und viele kleine Nischen in der Mauer, wo Erinnerungen an die Babys ihre Platz finden.
Friedhofsgärtnerin Ulrike Becker entwarf den Plan für die neue Bepflanzung mit blühenden Stauden und Rosen, geschwungenen Kieswegen und einem geschützten Platz für eine Bank. Mindener Gärtner spendeten die Pflanzen und brachten sie im April gemeinsam in die Erde.
Heikko Schulze-Höing und Korbinian Stöckle von der Glashütte Gernheim entwarfen den Glasbogen, der wie ein Tor oder ein Schlüsselloch den Abschluss der Steinsäule bildet und in dem sich das Sonnenlicht im Lauf des Tages unterschiedlich spiegelt.
Jedes Jahr am Pfingstsonntag wird um 16 Uhr hier ein Erinnerungsgottesdienst gefeiert zum Gedenken an alle Kinder, die zu früh zur Welt gekommen oder kurz vor oder während der Geburt gestorben sind.
„Gut, dass es jetzt dieses Grabfeld in Minden gibt,“ sagte eine Gottesdienstbesucherin, die ihr Baby schon vor vielen Jahren verloren und sich immer einen Ort für ihre Trauer gewünscht hatte.
Es ist wichtig, die verstorbenen Kinder nicht zu vergessen: Jedes Leben – egal wie kurz oder lang es gedauert hat – ist für Gott einzigartig, wertvoll und wichtig. Es hilft beim Verarbeiten der Trauer, wenn Eltern ihrem Kind einen festen Platz in der Geschichte Ihres Lebens und Ihrer Familie geben und Sie sich immer wieder an dieses kleine Wesen erinnern.
Sascha Wagner sagt In einem Gedicht:
Trauer kann man nicht überwinden wie einen Feind.
Trauer kann man nur verwandeln:
Den Schmerz in Hoffnung
Die Hoffnung in tieferes Leben.
(Zur Unterhaltung der Grabstelle sind Spenden willkommen
auf dem Spendenkonto: Ev. Kirchenkreis Minden
Kontonr. 40000648 BLZ: 49050101 Sparkasse Minden-Lübbecke
Stichwort: Nur ein Hauch von Leben)
